Dienstag, 15. August 2017

Wildbienenhotel DIY


Wie ich hier schon berichtet habe, versuche ich in meinem Garten einen ganzjährigen Lebensraum für die heimische Tier- und Insektenwelt zu bieten.


Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage und meiner Erfahrung zu "Wie erschaffe ich ein Wildbienenhotel?". Die im Handel angebotenen Produkte halte ich persönlich mittlerweile zu einem Großteil für Bauernfängerei- guter Gedanke, oft schlecht umgesetzt: Meist sind nur etwa 50% des Füllmaterials auch wirklich für Insekten geeignet. Und nicht nur der Kasten muss den Insekten einen Platz bieten, auch der Standort spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Und so habe ich bislang beobachtet, dass nur wenige Kästen von den Insekten angenommen werden.
Und ich finde den Begriff "Insektenhotel" zwar ausgesprochen niedlich- Nisthilfe trifft es allerdings besser... egal, der Name ist zweitrangig.

An ihrem endgültigen Platz- nach 1,5 Jahren
Da ich abgestorbene, große Wurzeln mag habe ich nun im vorletzten Frühjahr eine alte Wurzel über und über mit Bohrlöchern in unterschiedlichen Größen versehen (3-10mm, in unterschiedlichen Tiefen). Die Wurzel ist so groß, dass von unten keine Staunässe entsteht und die Bohrlöcher habe ich recht geschützt an den unteren Seiten der Äste angebracht. Wer Rhododendron nimmt, dem sei mit auf den Weg gegeben, dass dieser unendlich lange braucht um endgültig abzusterben- nach jedem Regen trieb er wieder aus, obwohl der Wurzelballen im wahrsten Sinn "in der Luft hing". Alleine das warf mein Projekt um einige Monate nach hinten.

Diese Löcher sind so gebohrt, dass auch Wasser leicht abfließen kann
Die NABU empfiehlt bezüglich Nisthilfen für Insekten, dass die Löcher entgratet werden und nicht durch das komplette Holz gehen sollen. Versehentlich habe ich leider an 2 Stellen auch mal durchgebohrt. Zum Glück wissen die Insekten nicht, dass da ein Mensch am Werk war ;). Auch sollte man darauf achten, das keine Risse entstehen- und auch hier ist mir leider ein Fehler unterlaufen, die Rißbildung auf dem Bild ist deutlich zu erkennen. Letztendlich reicht es mir allerdings aus, wenn zumindest ein paar der Löcher angenommen werden- das ist mehr, als vorher da war und die Asseln freuen sich vermutlich auch.

So sollte es nicht aussehen
Da es sich um ein langwieriges Unterfangen bezüglich des Erfolges handelt, hieß es dann erst einmal, sich in Geduld zu üben... so bis zum Frühjahr des Folgejahres.

Ich habe die Wurzel von allen Seiten her inspiziert und konnte erfreut feststellen, dass einige der Bohrungen bewohnt waren. Leider habe ich kein Foto, aber es ist grundsätzlich gut zu erkennen: Bewohnte Löcher sind von außen abgedichtet.

Nur schade, dass man nicht reingucken kann. Ich freue mich immens darüber, dass die Wurzel angenommen wird. Ihren endgültigen Platz hat sie im Wall (hier mehr dazu, was so ein "Wall" eigentlich soll: "Kampf gegen die Ackerwinde ohne Gift") gefunden, in unmittelbarer Nähe zu meiner Totholzecke- vielleicht habe ich ja Glück und kann irgendwann einen Schlupf beobachten und fotografisch festhalten.
Eine zweite Wurzel ist im letzten Jahr dazu gekommen und auch diese habe ich so präpariert, dass sie hoffentlich als Übergangsheim dienen kann.

"Verkehrte Welt"... so sieht sie aber am schicksten aus.
Weiterführende, externe Links:
NABU Anleitung für Insekten- Nisthilfen

Sonntag, 25. Juni 2017

Insektensterben in Deutschland- nur ein Mythos?

Im Moment begegne ich häufig dem Satz "Dramatisches Insektensterben in Deutschland". Ist da wirklich was dran, oder ist es gar nicht so schlimm? 


Dieser Frage möchte ich hier für den Bereich NRW/ Ruhrgebiet ein wenig auf den Grund gehen, nicht zuletzt, weil ich selbst versuche, mein kleines Garten- Ökosystem so insektenfreundlich wie möglich zu gestalten (siehe dazu auch meinen Artikel "Lebensräume im Kleingarten").

Ich biete über das Jahr in meinem Kleingarten Lebensräume für Insekten und Vögel an- beides wurde in den vergangenen Jahren auch dankbar von den verschiedensten Spezies angenommen. Bis zum letzten Jahr hatte ich sogar den Eindruck, dass es eine größere Vielfalt an Bewohnern gab.

Im Gegensatz dazu habe ich beobachtet, dass die Insekten und somit auch die Singvögel, die in der Innenstadt leben, unfassbar zurück gegangen sind.

Insektenecke im Juni, Phacelia und Kamille

Dann habe ich bei einer Sendung Professor Peter Berthold in einem Interview gesehen, der mir quasi die Augen geöffnet hat, wie schlimm es mittlerweile um die Bestände bestellt ist- und die Vermutungen der Nabu bestätigen, dass vermutlich ein hoher Einsatz an Pestiziden mitverantwortlich ist.

Blühender Rotkohl
Seit dem letzten Jahr kann ich diese Entwicklung nun auch in meinem Garten beobachten. Ich biete 2 Nistkästen an, diese sind bislang jedes Jahr von den Meisen angenommen worden, nicht jedoch in diesem Jahr. Auch die Beobachtungen der bunten Vielfalt an Singvögeln ist zurück gegangen. Lediglich ein paar Blau- und Kohlmeisen, Amseln, Elstern, Raben, ein Taubenpaar... das war es. Im größeren Umfeld der Anlage ein Grünspecht, ein- zwei Buntspechte, vereinzelte Braunellen, Rotkehlchen, Buchfinken. Gimpel, Spatzen oder Stare? Fehlanzeige, die habe ich schon seit Jahren in diesen beiden Mikrokosmen (Garten/ Stadtwohnung) nicht mehr gesehen.

Teichjungfer
Fast ein wenig wie auf der Arche- von jedem nur 2 Exemplare. Ja, ich kann bestätigen, dass es viel weniger Singvögel in dieser Gegend gibt, als noch vor beispielsweise 10 Jahren- und es werden von Jahr zu Jahr weniger.

Da die Singvögel tierisches Eiweiß in Form von Insekten benötigen, diese aber scheinbar zurück gegangen sind, ist es nur logisch, dass auch die Vogelpopulationen schwinden. Und da kommt das Insektensterben wieder ins Spiel. Durch akurat gepflegte Ziergärten, die nur nach den minimalsten Anforderungen einer Kleingartenanlage bewirtschaftet werden, sterben diese Gärten. Und ein toter Garten wird nicht gern besiedelt- bietet er doch noch nicht einmal genügend Unterschlupf, geschweige denn Nahrung- und jeder insektenvertilgende Vogel hat plötzlich ein Problem.

Fingerhut
Nun ist ein Kleingarten oder auch ein Hausgarten in der Regel nicht vergleichbar mit den vorhandenen Flächen, die z.B. ein großes, landwirtschaftliches Feld bietet. Leider werden die Insekten dort mit Schädlingsbekämpfungsmitteln ausgerottet- und hier sehe ich meine Verpflichtung, einen Gegenpol zu bieten- kleine 400qm gegen hektargroße Gebiete...  ein Kampf gegen Windmühlen.

Wer in den letzten 20- 30 Jahren in der Lage war, seine Umwelt bewusst zu erleben, der wird sich daran erinnern, dass in der Nacht die Straßenlaternen von unzähligen Nachtfaltern und anderen lichtliebenden Insekten besucht wurden. Und eine Autobahnfahrt hatte zur Folge, dass die Windschutzscheibe im Anschluß von toten Insekten befreit werden musste. Ohne Fliegengitter konnte nach Einbruch der Dunkelheit kein Fenster mehr geöffnet werden, weil sonst die Invasion von den unterschiedlichsten Insekten begann. Der Sommerflieder (auch Schmetterlingsflieder genannt) wurde so stark frequentiert, dass man vor lauter Faltern kaum noch die Blüten erblicken konnte.

Wickenerdfloh
Und heute? Ich kann die Fenster ohne Gitter öffnen, noch nicht einmal ein paar Fliegen verirren sich mehr unter der Lampe. Laternen leuchten ohne Besucher und nach einer Autobahnfahrt sieht meine Scheibe aus wie zuvor. Am Sommerflieder hier und dort mal ein Schmetterling- unfassbar wie auffällig hier der Rückgang zu beobachten ist.
Es mag "auf dem Land" noch ein bisschen anders aussehen, aber wenn ich in einem Gelände von 5km Umkreis diese Erfahrungen mache, dann halte ich das Insektensterben für mehr als dramatisch- es ist gelinde gesagt eine leise, sehr gefährliche Naturkatastrophe. 

Von den ganzen Bienenprojekten bin ich persönlich übrigens nur insofern überzeugt, dass diese Maßnahmen hoffentlich auch für andere Insekten hilfreich sind. Es sind eben nicht nur die Bienen, die uns kümmern sollten.

Hummel in warnender Abwehrhaltung
Ich weiß nicht, ob Bioprodukte die Lösung sind und ich kann auch nicht beurteilen, ob kleine Oasen ausreichend sind, aber ich merke, dass ich Angst bekomme vor einer Gegenwart und Zukunft, in der ohne Rücksicht auf die Verluste von heimischen Insekten Gifte gespritzt werden. Ganz unter dem Deckmantel der Versorgung der Bevölkerung- und da geht es noch nicht einmal um meine persönliche Aufnahme dieser Substanzen über mein Gemüse, sondern darum, was diese Gifte der Umwelt antun.

Schwebfliege
Kann jeder etwas beitragen? Mit Sicherheit- und wenn es "nur" die Beteiligung an allen möglichen und unmöglichen Petitionen ist- die Felder müssen wieder "sauber" werden, das ist in meinen Augen das allerwichtigste!!! Wer einen Garten hat, sollte "unaufgeräumte" Flächen und Lebensräume anbieten, und wenn es nur eine kleine Ecke irgendwo außerhalb des Sichtbereiches ist. Hecken sollten breit genug sein, so dass Vögel dort Schutz finden (ein schmaler Streifen nutzt da nüscht). Die Unkrautbekämpfung sollte nicht mittels Pestiziden vorgenommen werden- wobei dies ja auch eigentlich im Interesse jedes Gartenbesitzers sein müsste. Heimische Blühpflanzen sind toll und bereiten auch dem Menschen viel Freude, geschossenes Gemüse kann man auch mal stehen lassen, die Blüten bieten Nahrung im späten Gartenjahr- ich habe noch nie eine Unkrautinvasion durch Salat oder Brokkoli im Folgejahr gehabt. Und: die Ganzjahresfütterung von Vögeln ist zumindest in bestimmten Gebieten mehr als wichtig geworden- zumindest so lange, bis es wieder ausreichend Futter in freier Wildbahn gibt. Nein, das Insektensterben ist kein Mythos- es ist zumindest in manchen Gebieten bittere Realität.

Weiterführende, externe Links:
Insektensterben (wikipedia)
Professor Peter Berthold (wikipedia)
Nabu Homepage

Montag, 8. Mai 2017

Nachtfröste im Frühjahr: Pflanzen im Kaltgewächshaus zum Nulltarif schützen

Jeder Gärtner kennt die liebe Not im Frühjahr: Ein warmer März schreit förmlich nach neuer Anzucht, das Gartenjahr kann losgehen und es wird ausgesät. 


Und spätestens Ende März bis in den April dann die Ernüchterung, der Frühling beschert uns Nachtfröste im einstelligen Bereich.

Gurken und Kiwanos nach Nachtfrösten um -6°C
Mit meinem Gewächshaus von knapp 8qm Größe dachte ich diesen entgehen zu können, doch weit gefehlt. Ein reines Kaltgewächshaus schützt ohne ein paar Tricks nicht wirklich. Also habe ich die endlosen Weiten des Internets durchsucht und bin irgendwie nicht wirklich fündig geworden.

Tomaten in der ersten Maiwoche nach Nachtfrösten um -6°C
Dies alles kam für mich nicht in Frage:
Da mein Gewächshaus mitten in meinem Kleingarten steht mag ich keine Stromleitung verlegen, also fällt der elektrische Frostwächter schon einmal raus. Gas möchte ich auch nicht haben, zumal der Garten ja nicht an mein Wohnhaus grenzt- im Falle eines unverhofften Zwischenfalls wäre ich nicht vor Ort. Grabkerzen sind mir ebenfalls zu riskant und von diesen kleinen, schwarzen Schläuchen verspreche ich mir aufgrund des geringen Durchmessers auch nicht viel.

Spannend, aber auch nicht ganz ohne Risiko fand ich: 
Eine Art Biokraftwerk in klein, mittels Rasenschnitt oder Mist. Im Gewächshaus wird ein Loch gebuddelt und dort werden entweder Unmengen an Rasenschnitt eingepresst oder es wird mit Mist aufgefüllt. Zumindest soll die Erwärmung für einige Tage anhalten- jedoch berichteten auch einige, dass es zu einer Überhitzung und im schlimmsten Fall sogar zu einer Selbstentzündung kommen könnte. Das war mir dann auch zu krass.

Zu aufwändig, aber vielleicht irgendwann mal einen Versuch wert: 
Das Gewächshaus im unteren Bereich mit Styropor und Luftpolsterfolie dämmen. Ich für meinen Teil bin allerdings schon froh, wenn ich alle sonstigen Herbstarbeiten zeitlich schaffe, daher kommt diese Möglichkeit (noch) nicht Frage.
Die Wasserkübel stehen im Winter links unten hintereinander im Haus (zur besseren Vorstellung)
Meine Lösung, im Winter und Frühjahr (bei ziemlich starken Nachtfrösten) getestet und nur im Frühjahr für sehr gut befunden: 
Durch die Inneneinrichtung in meinem Gewächshaus habe ich unter der Anzuchtplatte über die gesamte Länge von ca. 3 Metern genug Platz um mehrere Kübel mit einem Füllvolumen von jeweils ca. 50l Wasser unter zu stellen. Die Kübel habe ich mit Resten von meiner alten Teichfolie abgedeckt. So können keine Tiere hineinfallen und die schwarze Folie zieht Sonnenwärme an sobald diese verfügbar ist.Gleichzeitig habe ich im Frühsommer zumindest einen kleinen, zusätzlichen Wasservorrat, falls Niederschläge ausbleiben sollten.

Die Gurken habe ich in der ersten Maiwoche umgesetzt
Im Winter ist diese Lösung nicht geeignet- das Wasser erwärmt sich nur ausreichend, wenn tagsüber genug Sonneneinstrahlung vorhanden ist und kein Dauerfrost eintritt. Somit sind den ersten Frösten auch meine Tagetes- Minuta- Pflanzen erlegen.
Für die Neuanzucht im März/ April ist diese Methode jedoch wunderbar geeignet. Die Witterung hier neigt dann eher zu einem unbeständigen Mix aus Sonne, Wolken und Schauern, wodurch tagsüber genug Wärme in die Kübel tritt. Diese hält im Haus dann die Temperatur über 0°C. 
Die einzigen Pflanzen, die bei diesen Temperaturen bislang (Stand 08. Mai) nicht gekeimt haben, sind Chilies und Paprika- diese sollten jedoch prinzipiell früh und daheim vorgezogen werden.

Hier ist der blaue Kübel bepflanzt, dieser dient z.B. als Wärmespeicher.
Gurken, Tomaten, Kiwanos und diverse, frostempfindliche Kräuter haben alle überlebt. Natürlich muss man gerade die Tagesentwicklung ein wenig beobachten- wichtig sind ein paar Stunden Sonne, damit sich das Haus und dadurch die Wasserkübel aufheizen können. Die Pflanzen meiner Nachbarin, die ein baugleiches Gewächshaus besitzt, aber kein Wasser darin hatte, sind zum Teil erfroren (Tomaten) und/ oder haben Frostschäden (Gurken) davon getragen. Auch einige Zierpflanzen wurden dort geschädigt.

 

Sonntag, 7. Mai 2017

"Ameisen am Tropf" ;)

Ameisen haben schon etwas faszinierendes.

In der Vergrößerung zeigt sich so manches Detail, welches beim flüchtigen hinschauen schnell übersehen werden kann. Naja, die Guten sind bei uns ja auch durchschnittlich nur etwa 4-10mm groß... oder klein.


Die schwarzen Ameisen finde ich sehr liebenswert, zumal sie nicht so schmerzhaft sind wie ihre roten Verwandten. Zum Glück besiedeln ausnahmslos die harmlosen meine Terrasse- während ich mit den Roten tatsächlich nur in den Beeten zu "kämpfen" habe. Ok, kämpfen ist übertrieben, ich hüpfe rum wie blöd wenn mir wieder mal eine ihr Gift verabreicht hat- vorzugsweise unter dem FlipFlop- Riemen, sehr unangenehm.



Von dem Tropfen angelockt reagierten die Ameisen auf den Bildern als wenn ein Magnet im Spiel wäre... hektisch daran vorbei, kurz gekostet und quasi "kleben geblieben". Yummie, so ein Schluck Zuckerwasser ist doch etwas feines. Spannend auch zu beobachten wie hektisch und fix diese Insekten unterwegs sind. Beim Sichten der Video- Bilder hatte ich kurz den Gedanken an einen Zeitraffer, es handelt sich tatsächlich um Echtzeitaufnahmen. Aber seht selbst:


Samstag, 25. März 2017

Pampasgras zurück schneiden, Do`s und Dont`s

Mein Pampasgras ist mittlerweile weit über 30 Jahre alt und unfassbar groß. 

Pampasgras
Da ich die Wedel im Herbst wunderschön finde bringe ich es auch einfach nicht übers Herz, mich von ihm zu trennen. Gleichzeitig beobachte ich- so unverständlich es mir selbst erscheint- dass es scheinbar auch einen recht umfangreichen Lebensraum bietet.

Bislang konnte ich brütende Heckenbraunellen, Mäuse und Libellen darin beobachten. Und an manchen Tagen ist aus dem Busch ein unglaublicher Lärm zu hören. Leider (oder glücklicherweise) ist das Pampasgras so dicht verwachsen, dass niemand hinein blicken kann.

Farbspiel im Abendrot
Bei Pampasgras handelt es sich meiner Meinung nach um ein ausgesprochen dekoratives, pflegeleichtes Gras im Garten. Die leuchtenden Wedel im Farbspiel bei Sonnenuntergang belohnen die schrecklichen Tücken, die es von Natur aus mit sich bringt. 

Im Frühjahr vor dem Rückschnitt
Tücken?  
Ja!
Die Halme des Pampasgrases sind in eine Richtung rasiermesserscharf (daher ist es mir ein Rätsel, wie die Tierwelt darauf klar kommt...). Es ist unmöglich ohne Schutzkleidung den Rückschnitt vorzunehmen, vorzugsweise so gewählt, dass Hände, Arme und Beine komplett von der Kleidung bedeckt sind. Und das Schnittgut verrottet nur schwer, was gerade den Umgang mit den langen Grashalmen erschwert. In diesem Jahr habe ich (bis auf die Wedel) den Rückschnitt einfach um den Busch liegen gelassen, quasi als dicke "Mulchschicht". Im nächsten Jahr werde ich den Tipp anwenden und das Gras in einzelnen Büscheln zusammenbinden. Vielleicht lässt es sich dann einfacher entsorgen. Durch die scharfen Kanten bleibt es nicht nur an der Kleidung oder in der Haut hängen, sondern auch im gesamten Garten auf dem Weg z.B. zum Kompost. Häckseln ist in ungebündelter Form so gut wie unmöglich, vielleicht klappt es wenn es gebunden ist.

Nach Rückschnitt, über so viele Jahre verdichtet sich das Pampasgras

Kommen wir jetzt zum Rückschnitt: 


Do`s:
  • Der März ist eine gute Zeit für den Rückschnitt. 
  • Schutzkleidung anlegen, es sollte keine nackte Haut mit dem Gras in Berührung kommen. 
  • Die vertrockneten Gräser werden so tief wie möglich abgeschnitten, ich nehme mittlerweile meine Heckenschere und es funktioniert wunderbar. Die Wedel sammele ich ab, um sie später dem Häcksler zuzuführen. 
  • Hilfreich kann das Zusammenbinden einzelner Büschel sein, so wird der Abtransport erleichtert. 
  • Die Wedelstiele können sehr gut gehäckselt werden. Die puscheligen Blütenstände sollten allerdings anderweitig entsorgt werden (z.B. Kompost), da diese durch den Häcksler in kleine, puschelige Wölkchen verwandelt werden- es staubt und flockt dann quer durch den Garten. 
  • Das Gras verrottet sehr schlecht, daher sollte im Vorfeld überlegt werden, was mit den Abfällen passiert. Als Optionen bieten sich ein großer Komposthaufen, Nischen im Garten, die damit abgedeckt werden oder auch vergraben an. Häckseln ist Dank der Beschaffenheit des Grases eher schwierig.
Bis auf die Puschel werden die Stiele gehäckselt

Don`t`s:
  • Niemals mit nackter Haut am Pampasgras rumwerkeln- das Ergebnis werden Schnittwunden sein, die man bisweilen erst am Abend bemerkt. Pampasgras ist in einer Richtung sägeartig gezahnt und verursacht oberflächige bis tiefe Schnittwunden, also Handschuhe und entsprechende Schutzkleidung tragen! 
  • Nicht im Herbst schneiden. In die Hohlräume kann Wasser eindringen und im schlimmsten Fall verfault die Pflanze. Besser für jüngere Pflanzen: Das Gras zusammenbinden und so überwintern lassen. Je älter das Gras, desto weniger muss darauf geachtet werden. 
  • Die Blütenstände nicht häckseln, macht nur eine unfassbare Sauerei. 

Fazit: 
Pampasgras kann ein toller Blickfang im Garten sein. Es ist über das Jahr sehr pflegeleicht, aber inbesondere bei größeren Büschen ist der Rückschnitt als eher aufwändig zu betrachten. Die Verletzungsgefahr beim Rückschnitt ist hoch, einfaches "Vorbei gehen" ist durch die einseitige Zahnung "gegen den Strich" aber möglich und ungefährlich.

Nicht nur Pampasgraswedel. Gehäckseltes kann wunderbar zum Mulchen genutzt werden.


Dienstag, 7. Februar 2017

DIY Hochbeet im Eigenbau

Gleich im ersten Jahr meiner Gartenübernahme wollte ich auch unbedingt Hochbeete haben.

Nicht schön, aber ausgesprochen zweckmäßig
Und damit ging das große Suchen los... Holz- und wenn welches? Stein, und wenn welche? Gabiolen, und wenn welche Steine zum befüllen? Fragen über Fragen, eine maßlose Überforderung und keinerlei Entscheidungsfindung.

Zucchini im Hochsommer
Die Kostenfrage spielte eher eine untergeordnete Rolle, ebenso die Optik, da meine Anbaubeete hinter einer Sichtschutzhecke stehen. Klar durfte es gerne günstig sein, viel wichtiger war jedoch die Frage der Materialbeschaffung. Kleingarten halt, ein langer Weg von der PKW- Zufahrt in den Garten, zumindest wenn man voll beladen ist.

Irgendwann kam mir dann die Idee: Metallkomposter. Verzinkt= lange Lebensdauer. Als Bausatz= einfach auf- und ggf. wieder abzubauen. Preiswert, so um die 40- 50 Euro/ Stück= 1 Komposter ergibt 1qm Anbaufläche. und bei entsprechendem PKW recht einfach zu transportieren und auch zu tragen.

Februar 2017
Um einer Austrocknung vorzubeugen haben wir die Komposter von innen mit Teichfolie ausgekleidet. Diese gibt es mittlerweile auch ohne ausdünstungintensive Weichmacher. Nicht schick, aber günstig, einfach aufzubauen und lange haltbar. Die Teichfolie haben wir mit Kabelbindern befestigt, eine Seite von insgesamt 4x4 Seitenflächen hat sich nach vier Jahren gelöst.

Im ersten Herbst habe ich die Beete brav nach Anleitung befüllt: 1/4 Holzabfälle, eher Äste und dickere Stämmchen, dann 1/4 Reisig und dünnere Äste. Als nächstes einen fröhlichen Mix aus viel Häckselgut, Laub und Rasenschnitt, zum Schluss nur noch gehäckseltes. So waren meine Hochbeete dann Dank eines ausgiebigen Baumschnittes auch im ersten Herbst bereits gefüllt- dachte ich...

Hier musste noch regelmäßig viel gegossen werden.

Über den Winter setzte die Rotte ein und im folgenden Frühjahr hatte ich nur noch halbvolle Hochbeete. Egal, sie wurden bepflanzt und alles ist wunderbar gewachsen- bis auf die Erdbeeren, denen hat es darin gar nicht gut gefallen und sie wurden in ein normales Beet gesetzt. In den ersten 2 Jahren fiel der Inhalt der Hochbeete nach jeder Auffüllung noch merklich in sich zusammen, im dritten Jahr musste ich nicht mehr so viel giessen. Im letzten Frühjahr konnte ich die Grasnarbe von meinem Gewächshaus in den Hochbeeten unterbringen, seitdem muss ich nur noch gießen, wenn auch im restlichen Freiland zu viel Trockenheit herrscht. Ganz voll sind sie immer noch nicht und ich gebe nach wie vor im Herbst bis ca. drei Monate vor einer Neubepflanzung immer wieder Häckselgut auf.

Gehäckseltes, darunter feinste Erde.
Da im Moment in jedem Jahr neue Nährstoffe zugeführt werden muss ich mir um die Fruchtfolge noch keine großen Gedanken machen. Ich habe in jedem Jahr recht viele Starkzehrer darin (Zucchini, Tomaten, Kürbisse, sogar ein paar Maispflanzen, Kohl) und natürlich ein paar Salatpflanzen und ein paar Kräuter.

Abgesehen davon, dass es in einem Hochbeet immer ein bisschen wärmer ist mag ich sie auch wegen der Bequemlichkeit nicht mehr missen. Unkraut kommt nur selten hoch und durch die angenehme Höhe kann es leicht Beet für Beet beseitigt werden. Ein kleiner Psycho- Trick ist dabei auch die überschaubare Fläche von je einem qm pro Beet. Und ich muss nach dem Zupfen nicht mehr den aufrechten Gang üben- mer werde ja ahl net jünger...

Ich überlege langfristig, noch weitere Hochbeete anzulegen, weil ich bislang nur gute Erfahrungen damit gemacht habe. Und wenn nach ca. 12 Jahren mal umgeschichtet werden sollte (stand irgendwo... damit befasse ich mich dann wenn es soweit ist), dann kann ich sie relativ leicht auseinanderbauen und an anderer Stelle von vorn beginnen.

Donnerstag, 24. November 2016

Lebensräume im Kleingarten: Insektenfreundliche Pflanzen und Projekte

Um ein ökologisches Gleichgewicht und somit einen Lebensraum im Kleingarten herzustellen braucht es ein wenig Entwicklungszeit und ein paar Ecken, die den Besuchern Raum für das ganze Jahr geben- und nicht nur ein paar "Naschecken" in den Sommermonaten.


Der Lohn dafür werden viele unterschiedliche und zumeist auch freundliche Insekten sein, von Wildbienen über Hummeln, Schmetterlinge, Nachtfalter, interessanten Käfern, Libellen und vielem mehr. Dazu kommen die Tiere, die sich von dieser Artenvielfalt ernähren, wie z.B. Igel und Eidechsen.

Rosenkäfer, kein Schädling!
Die Arbeit, die man investieren muss ist gemessen an anderen anfallenden Gartenprojekten extrem gering. Viel wichtiger sind ein paar kleine Ecken, in denen der Garten auch ein wenig rumpelig, fast schon verunkrautet aussehen darf.

Manche dieser Flächen helfen auch um "pflegeleicht zu gärtnern" und sind daher nicht nur für die Tiere interessant.

Welche Möglichkeiten hat nun also der Gärtner?
Im folgenden werde ich meine kleinen Projekte schildern und meine Beobachtungen teilen, die ich nach kurzen, aber auch längeren Zeiträumen machen durfte.

Teichjungfer auf Pampasgras
Totholzecke (im Schatten):
Ein Segen für Mensch und Tier. Für den Gärtner, weil er sich ab sofort keine Gedanken mehr über dicke Äste und sperrige Holzabfälle mehr machen muss. Für die Tiere, weil sie das ganze Jahr über einen Unterschlupf angeboten bekommen- im Sommer als Versteck und potentielle Brutstätte für den Nachwuchs, in den kälteren Monaten zum überwintern. In der schattigen Totholzecke siedeln sich Blindschleichen, Kröten, Florfliegen, Schlupfwespen, Käfer, Schmetterlinge und viele mehr an. Die Insekten locken dann heimische Vögel an, die hier Nahrung finden.
 
Hier hatten sich heimlich Hummeln eingenistet- die Totholzecke befindet sich hinten rechts in der Ecke, das Nest ließ ich nach der Entdeckung in Ruhe.
Die Totholzecke sollte zu einem Großteil aus Ästen von Laubbäumen und weniger aus Nadelgehölzen bestehen- Laubbäume werden lieber von Pilzen besiedelt, die widerum einen positiven Aspekt in den "Lebensraum Totholz" einfließen lassen. Dicke Stämme, dazwischen Reisig und dünnere Äste sowie Laub werden einfach aufeinander geschichtet. Unter den Insekten finden sich nach und nach viele Vertreter ein, denen Blattläuse als Nahrung dienen. Dies führt zu einem natürlichen Gleichgewicht und minimiert den Schädlingsbefall im Garten.

Hirschkäferweibchen- die Brut benötigt ausnahmslos Totholz
Die Totholzecke benötigt einen schattigen, eher feuchten Platz. Bei mir ist sie zwischen meinen Kompostern angelegt, nach hinten durch eine Hecke geschützt und von vorne meist durch Brennesseln verdeckt. Sollten Nachbarn ein Problem haben, hilft das klärende Gespräch, um nicht als "fauler" Gärtner dazustehen.


Totholzhecke (sonniger Standort):
Hier ist die Ansiedlung der Besucher erwünscht, die es nicht ganz so feucht mögen. Die sonnige Totholzhecke bietet viel Schutz für die Tiere und lockt ebenfalls eine Vielzahl unterschiedlichster Insekten an. Meine Hecke entsteht seit dem letzten Frühjahr aus einer alten Thujahecke, die für mein Gewächshaus massiv eingekürzt wurde. Die verbleibenden Äste dienen nun als Gerüst für die aufzuschichtenden Tothölzer. Da die Hecke insgesamt nur eine Länge von ca. 1,50 m hat möchte ich hier ungerne von einer Benjeshecke sprechen. Bei Interesse und Platz lohnt es sich aber durchaus, die Benjeshecke zu googlen.

Wildbienenhotel:
Als ich vor vielen Jahren meine erste Begegnung mit einem Wildbienenhotel machen durfte war ich hochgradig erfreut und fand das richtig toll. Heute bin ich eher enttäuscht und versuche mein eigenes "Hotel" zu bauen. Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass die meisten Wildbienenhotels überhaupt nicht von den Insekten angenommen werden. Die Ausrichtung muss stimmen, die Hölzer müssen den Anforderungen entsprechen und alles klang eher kompliziert.
Ich habe jetzt in 2 dekorative, große Wurzeln viele Löcher in unterschiedlichen Größen hinein gebohrt. Alle so, dass kein Regen hineinfließen kann. Jetzt beobachte ich, ob die Insekten diese Plätze annehmen. Ein gutes Wildbienenhotel mit optimalem Standort sollte irgendwann viele verschlossene Löcher aufweisen- erst dann kann man von einer Annahme sprechen. Und wenn es nicht funktionieren sollte habe ich immer noch die große Totholzecke.


Gewässer:
Bei mir existiert noch ein kleiner, eher sich selbst überlassener Gartentümpel, in dem sich unfassbar viele Molche und mindestens ein Frosch angesiedelt haben.

Molch beim Luft holen
Für einen großen Teich fehlt mir leider die Zeit, aber auch dieser kleine, alte Tümpel lockt viele Tiere an.  

Der große Frosch im kleinen Teich
Libellen tummeln sich dort genauso wie Wasserläufer und im Frühjahr finden sich Kaulquappen und kleine Molchbabys ein.

Libellen, hier Teichjungfern, bei der Paarung
Das Wasser reinige ich mehrmals im Jahr oberflächig von Blättern und versuche ihn nur einmal/ Jahr vom gröbsten Schlamm zu befreien. Ein fast eigenständiges Biotop, an dem ich schon so manch spannende Beobachtungsstunde verbracht habe.


Insektenfreundliche Pflanzen:
Grundsätzlich sind heimische Arten zu bevorzugen. Diese sind perfekt auf unsere Witterungsverhältnisse eingestellt und haben die größten Chancen, sich dauerhaft anzusiedeln. Aber natürlich habe ich auch ein paar Exoten.

Wollschweber beim Sonnenbad
Ich selbst verbinde meine Bedürfnisse gerne mit denen der Lebewesen meines Gartens und somit habe ich diverse Nutzpflanzen, die sich gleichzeitig wunderbar als Nahrungsquelle für Mensch und Tier eignen.

Kapuzinerkresse:
Begonnen habe ich vor einigen Jahren mit der Kapuzinerkresse. Diese sehr dekorative Pflanze dient mir als Salatbeilage und bei Bedarf als natürliches Antibiotikum durch die enthaltenen Senföle.


Kapuzinerkresse unter Beerensträuchern
Alles an dieser Pflanze ist eßbar und die Blüten sind ausgesprochen hübsch.
Sie locken unfassbar viele Hummeln an, die komplett in den Blüten verschwinden können.

Dunkerote Kapuzinerkresse im Gegenlicht
In fast jeder Blüte befindet sich zudem fast immer ein kleiner, schwarzer Käfer am Ende des Sporns- deshalb knipse ich diesen immer ab, wenn ich die Blüten im Salat verwende.

Minze:
Zwischen meiner Terrasse und dem angrenzenden Rasen (eher Wiese) habe ich verschiedene Minzsorten gepflanzt. In der Blüte sind sie Anziehungspunkt für alle fliegenden Insekten. Insbesondere die Tagpfauenaugen konnte ich im letzten August in einer großen Anzahl dort sehen. Aber auch, wie bei allen folgenden Pflanzen, Hummeln, Schwebfliegen und Bienen.

Tagpfauenauge auf Minze
Die Minze ist eine kriechende, rhizombildende Pflanze, d.h. sie braucht einen Standort, der sie auf natürliche Weise im Zaum hält. Dies kann eine Grenze zur Wiese sein, aber auch ein eingeschlossener Bereich aus Wegplatten oder ähnlichem.
Tagpfauenauge auf Minze
Minze mag ihre eigenen Wurzelausscheidungen nicht so gerne und bleibt daher nie länger als ein Jahr am Platz. Bei mir darf sie im vorgegeben Gebiet wandern, aber es haben sich auch bereits 2 Sorten nach 3-4 Jahren verabschiedet.

Ausschnittvergrößerung des Tagpfauenauges

Am robustesten und wuchsfreudigsten ist eine Orangenmize, bei mir am wenigsten kultivierbar war die so genannte Mojito- Minze. Die Ananasminze ist mit ihren dekorativen, grün- weißen Blättern optisch sehr ansprechend und lockt viele grünschillernde Fliegen an.

Borretsch:
Ich mag die hübschen Blüten des Borretsch mindestens genauso gern wie ihn die Hummeln mögen. Borretsch ist eine sehr insektenfreundliche Pflanze, die aber im Überfluß giftig für Bienen zu sein schein.


Borretschknospe Makro
Diese Information gab mir ein Imker, der aber betonte, dass dies erst bei wirklich großen Beständen eine Rolle spielen würde. Borretsch, einmal gesät, kommt jedes Jahr wieder und lässt sich recht einfach im Zaum halten.

Borretschknospen
Als Nutzpflanze ist er eine Grundzutat der "Frankfurter grüne Soße" und die Blätter schmecken gurkig.

Borretschblüte
Aufruhr unter den Borretsch- Liebhabern entstand, als bekannt wurde, dass der übermäßige Konsum nicht gesund sein soll, daher konsumiere ich ihn nicht so und erfreue mich nur an seinen tollen Blüten. Er hat ca. 2qm Platz in meinem Garten.

Das sibirische Herzgespann:
Lockt eine revierverteidigende Wildbienenart an, die "Große Wollbiene". Diese Art verteigt "ihr" Herzgespann ab Spätsommer vehement gegen andere Insekten. Nichts für schwache Nerven: Die Wollbiene attackiert andere Bienen, indem sie sie mit ihrem Hinterleib rammt.

Kurze Verschnaufpause des Wächters: Die große Wollbiene
Dies kann zu irreperablen Verletzungen der Flügel und somit zum Tod der Biene führen. Dennoch wurde sie zur Wildbiene des Jahres 2014 gekürt und darf mein Herzgespann auch in Zukunft bewachen.

Große Wollbienen Makro
Die Pflanze ist einfach zu kultivieren und bildet ca. 80cm hohe Stängel aus, die den ganzen Sommer über blühen.

Sibirisches Herzgespann im Gegenlicht- was für eine Symetrie
Das sibirische Herzgespann verwende ich als getrocknetes Teekraut über das gesamte Jahr. Es hat den Beinamen "Marihuanilla" erhalten, weil ihm eine kleine, Cannabis- ähnliche Wirkung nachgesagt wird- meine Erfahrung bestätigt zumindest, dass der Tee recht entspannend wirkt. "Kleines Marihuana" scheint mir allerdings ein wenig übertrieben.

Spitze des sibirischen Herzgespanns
Wikipedia sagt zu der Heilkraft: "An medizinischen Wirkungen wurden nachwiesen: als Wehenmittel, blutdrucksenkend, antikarzinogen, antibakteriell, wirkt als Thrombozytenaktivierungsfaktor-Antagonist und gerinnungshemmend." (Quelle wikipedia/ externer Link).

Wilde Malve/ Hibiskus/ Stockrosen:
Mit meine Lieblingspflanzen im Garten. Sie blühen den ganzen Sommer über, die Malve sät sich immer wieder neu aus, ist mehrjährig und leicht beherrschbar.

Blüte der wilden Malve
Sie werden ausgiebig von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen besucht. Bei mir sind die Malven auch bislang in jedem Jahr von Feuerwanzen übersät. Feuerwanzen mit ihrer interessanten Maserung, die einer Maske ähnelt, sind spannende Tiere, die ständig etwas zu tun haben.

Feuerwanzen- harmlos und unschädlich- einfach nur da und immer in Aktion
Wer sich die Zeit nimmt und einer Feuerwanze mit dem Blick folgt wird seine Freude haben. Als Heilpflanze nutze ich sie bislang noch nicht, sie soll sich gegen Entzündungen einsetzen lassen.

Die üppige Blütenpracht der wilden Malve
Der Hibiskus und die Stockrosen gehören ebenfalls zu den Malvengewächsen. Sie haben wunderschöne Blüten und sind in unterschiedlichen Farben erhältlich.

Kleine Bienenpause Makro
Meine Stockrosen haben sich von selbst ausgesät und sind willkommen.
Hummeln im Hibiskus sehen bisweilen so aus als hätten sie sich in den Pollen gewälzt.

Lavendel:
Der Lavendel zieht während seiner Blütezeit Hummeln, Bienen und Kohlweißlinge an. Andere Schmetterlinge kann ich seltener beobachten, was aber vielleicht auch mit dem generellen Rückgang der Artenvielfalt zu tun haben kann.

Lavendel
Lavendel kann vielfältig verarbeitet werden, von Duftsäckchen über Sirup oder Auszüge, aber auch zum aromatisieren von Zucker und natürlich auch zum kochen.

Schmetterlingsflieder/ Sommerflieder:
Dieser fedrig wirkende Strauch lockte in meiner Jugend unzählige Schmetterlinge an. Leider ist hier der Rückgang an Faltern am stärksten zu beobachten. Aber auch Hummeln und mit viel Glück ein Taubenschwänzchen sind am Sommerflieder zu beobachten.

Hummel auf Sommerflieder Makro
Als Nutzpflanze taugt er so gar nicht, aber er ist ein hübscher Strauch, der den ganzen Sommer über blüht (ich knipse die verblühten Stände konsequent ab und glaube, dass der Strauch so mehr Blüten produziert).

Sonnenblumen:
Jedes Jahr säe ich an mehreren Stellen Sonnenblumen aus. Diese lasse ich dann bis zum nächsten Frühjahr als Vogelfutterquelle stehen. Sieht nach der Blüte nicht schick aus, aber da die Samen über den Herbst/ Winter herausgepickt werden, scheint das Futter angenommen zu werden.
Die Blüte hat sich erst unmittelbar vor dem Foto komplett geöffnet
Sonnenblumen riechen einfach toll, die Blütenblätter können für Salatkrautmischungen verwendet werden und die Imposanz eines großen Exemplares ist einfach überwältigend.  

Biene auf Sonnenblume, übersät mit kleinen Pollen
Hummeln lieben ebenfalls Sonnenblumen und es ist häufig mehr als nur ein Tier pro Blüte zu beobachten.

Kornblumen:
Kornblumen eignen sich mit ihren hübschen, blauen Blüten und ihrer langen Blütezeit wunderbar um Zwischenräume zu füllen.
Echte Kornblume
Sie wachsen nicht gut auf überdüngten/ stark gedüngten Böden und sind insgesamt recht anspruchslos. Ihren Namen erhielten sie als Begleitpflanze auf den Kornfeldern. Die Blütenblätter sind auf Salaten ein hübscher Kontrast.

Fetthenne:
Drei dicke Büsche stehen in meinem Garten und diese sind in der langen Blütezeit im Spätsommer über und über mit Bienen besetzt.
Irgendwie finde ich kein einziges Foto... naja, ich mag sie wohl nicht ganz so gerne, aber wer eine Lücke mit etwas pflegeleichtem füllen muss, dem sei sie angeraten.

Papageienblume:
Natürlich sind heimische Pflanzen zu bevorzugen... die Papageienblume möchte ich aber erwähnen, da sich auf ihr so viele Bienen einfinden, dass man meinen mag, ein Stock würde in unmittelbarer Nähe sein.

Bienen auf Papageienpflanze
Die Früchte der Papageienblume sehen zudem aus wie kleine Wellensittiche. Sie verbreitet sich über Rhizome, die auch mal ein paar Meter wandern können, daher kann es passieren, dass sie im Frühjahr plötzlich irgendwo anders im Garten wieder auftaucht. Es bildet sich dann ein einzelner Stängel, manchmal mehrere in Reihe, die einfach zu entfernen sind.

Die Frucht der Papageienpflanze
Ich lasse immer so 5-6 stehen, die dann zur Blüte und Fruchtbildung kommen dürfen. Als in meinem Hochbeet in diesem Jahr drei Stängel wuchsen musste ich diese leider entfernen, um die vielen Bienen nicht zu stören wenn ich mich um mein Gemüse kümmern musste. Die Blüten ließ ich noch ein paar Tage an derselben Stelle welken, damit die Insekten den Eindruck einer natürlichen Versiegung der Nahrungsquelle hatten. 

Kräuter:
Bei allen Kräutern versuche ich so viele zu kultivieren, dass auch nach der Ernte noch ein paar Pflanzen zur Blüte kommen.

Kamille
Genannt seien hier Salbei, Schnittlauch, Oregano, Kamille, Teefenchel, Basilikum, Melisse, Muskatellersalbei und vieles mehr.

Sommerblumen, hier Mischungen:
Wenn es der Platz zulässt wird im Frühjahr hier und dort die ein oder andere Sommerblumenmischung gesät. Das Angebot ist vielfältig, vom japanischen Blütenteppich bis zur Sonnenblumenmischung gibt es ein reichhaltiges Angebot.
Ein Sommerblumenstreifen
Immer gerne enthalten sind Mohnsamen, Ringel- und Kornblumen.
Je nach Garten gelingen nicht alle Saaten. Dann sollte man sich nicht entmutigen lassen und im Folgejahr einfach etwas anderes ausprobieren.

Kalifornischer Mohn
Eine Blumenwiese kann ebenfalls angelegt werden, bei mir hat es auf einem kleinen Streifen im ersten Jahr toll geklappt. Leider kamen im Folgejahr nur hier und dort ein paar Ringelblumen wieder- also dranbleiben.

Phacelia (fast immer immer mit dem Zusatz "der Bienefreund"):
Eine Pflanze zur Gründüngung und ein wirksamer Unkrauthemmer. Leider habe ich sie erst in diesem Herbst zum erstenmal ausgesät, daher gibt es (noch) keine Fotos. In der Imkerei wird sie als Bienenweide genutzt. Im nächsten Frühjahr werde ich die Grenzgebiete meines Gartens damit bepflanzen- in der Hoffnung, dass auch meine Erzrivalin, die Ackerwinde, ein wenig eingedämmt wird. Phacelia wird auch gegen Nematoden eingesetzt.

Brennesseln:
Jeder Garten sollte eine Ecke haben, in der Brennesseln gedeihen können. Ich mag sie auch nicht sonderlich gerne, sie haben fiese Wurzeln und schmerzen einfach nur- aber sie sind auch eine Hauptnahrungsquelle für viele Raupen, es kann eine Jauche damit angesetzt werden und sie sind als Düngepflanze einfach toll. Ähnlich wie bei der Minze sollte der Brennessel die Möglichkeit zur hemmungslosen Ausbreitung genommen werden- das ist leider nicht immer einfach, aber wenn es der Natur hilft...

Und sonst so?
Geschossenes Gemüse lasse ich noch ein paar Wochen stehen, damit auch hier ein Nahrungsangebot bestehen bleibt. Der Brokkoli z.B. blüht noch bis tief in den Herbst und auch Salatpflanzen bilden reichlich Blüten aus.

Biene an Brokkoliblüten Makro
Pflanzen, die mir fremd sind und die sich selbst ausgesät haben versuche ich zu bestimmen. Dadurch bin ich an ein paar Nachtkerzen gelangt, die Nachtfalter anlocken sollen. Laubansammlungen stopfe ich in die Totholzecke, so bieten sich neue Schutzräume. Bei vielem stelle ich mir die Frage: "Kann hier ein Lebensraum für Mensch und Tier sein?"

Gemeine Wiesenwanze- sie ist winzigklein und kein Schädling. Hier auf Brokkoliblüten Makro
Ich hoffe, meine Ausführungen haben Dir gefallen- über Deine Erfahrungen mit Lebensräumen für heimische Tiere würde ich mich sehr freuen, scheue Dich also nicht einen Kommentar da zu lassen :) Übrigens sind alle Bilder ausschließlich in meinem Garten entstanden, auf knapp 400qm. Und die bunte Vielfalt ist nach wie vor im Wachstum.